Regie: Hannes Gellner; Mit: Irma Mico, Irma Schwager; AUT 2024 | 77 min

Bild: Hannes Gellner. Links Irma Schwager, rechts Irma Mico.
Ab Juli 1942 engagieren sich die kommunistischen Widerstandskämpfer:innen Irma Mico (* 12. Dezember 1914 in Czernowitz als Irma Rosenberg, † 4. Jänner 2022 in Paris) und Irma Schwager (* 31. Mai 1920 in Wien als Irma Wieselberg; 22. Juni 2015 in Wien) in Paris gegen die Nazi-Besatzungstruppen. Die beiden Österreicher:innen erreichen verantwortungsvolle Positionen in der Résistance, sind dort in der (Anti-)Deutschen-Arbeit tätig. In riskanten Begegnungen mit Wehrmachtssoldaten versuchen sie diese für den antifaschistischen Kampf zu gewinnen. Näheres zu der konkreten Arbeit ist auch hier in den Mitteilungen der AKG aus dem Jahr 1995 nachzulesen.
Anhang von Gesprächen mit den beiden Protagonistinnen schildern diese ihre Jugend und den Beginn ihres politischen Engagements. Die Gespräche werden dabei von den beiden Söhnen Irma Micos und dem Enkel Irma Schwagers, Robert Rotifer, wie auch von Hannah Lessing geführt. Besonders interessant sind dabei Aspekte rund um den Alltag mit falschen Papieren im besetzten Paris, der von den Protagonistinnen teils detailliert geschildert wird.
Am Ende des Films treffen sich Mico und Schwager in Wien in einem Kaffeehaus. Obwohl beide in der gleichen Organisation unter dem Leiter Franz Marek im Widerstand gearbeitet haben, kannten sich die beiden bis zu diesem Treffen nicht persönlich. Erstaunlich sind dabei auch viele Parallelen in der Biografie der beiden Frauen, die bei diesem Aufeinandertreffen sichtbar werden.

Im Zuge des Publikumsgesprächs nach dem Screening des Films am 28. März 2025 im Votivkino konnten Ernst Schwager (Sohn von Irma Schwager) wie auch Robert Rotifer (Enkel von Irma Schwager) auf weitere Aspekte der Biografie Irma Schwagers eingehen. So meinte etwa Rotifer, er vermute, dass seine Großmutter durch ihren Aktivismus dem psychischen Druck in der Verfolgungssituation besser standhalten konnte. Ernst Schwager schilderte, dass seine Mutter mit ihren Kindern über das Thema gar nicht sprechen wollte, Nachfragen zu ihrer Tätigkeit in der Résistance oder der Ermordung ihrer Familie im Holocaust teils schroff abgeblockt hat.
So sich die Gelegenheit gibt, ist es unbedingt wert, sich den Film anzusehen! In einer KPÖ-Broschüre zu Irma Schwager aus dem Jahr 2021 findet sich überdies auch ein weiterhin lesenswertes Interview von Eva Egermann mit Schwager aus dem Jahr 2005. Irma Schwager selbst war bis zu ihrem Tod Ehrenvorsitzende der KPÖ und politisch engagiert.